Modelmanager & DJ bricht Lanze für KI Nutzung in der Musik

Modelmanager & DJ bricht Lanze für KI Nutzung in der Musik

(c) DJ Dominik Wachta & friends - freiwilliger Transparenz-Hinweis: Das Foto ist ein echtes Foto, das mit KI verändert wurde.
(c) DJ Dominik Wachta & friends - freiwilliger Transparenz-Hinweis: Das Foto ist ein echtes Foto, das mit KI verändert wurde.

Da hat er eine echte Diskussion in österreichischen und deutschen Medien angestoßen… Der Österreichs Nächstes Topmodel Erfinder & Niederösterreichs Nächstes topmodel Veranstalter Dominik Wachta (lebte 6 Jahre in Krems an der Donau), vielen bekannt als Modelmanager von 1st Place Models, sorgt derzeit auch in der Musikszene für Gesprächsstoff. Unter dem Namen „DJ Dominik Wachta & friends“ veröffentlicht er eigene Songs und stürmt damit die Charts. Er spricht dabei ganz offen darüber, dass er bei der Produktion auf Künstliche Intelligenz zurückgreift.

Für ihn war von Anfang an klar: Wenn KI im Spiel ist, dann sagt er das auch. „Ich möchte meine Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel setzen. Außerdem finde ich einfach nichts Verwerfliches daran“, erklärt er. Einige Radiosender hätten sich sogar ausdrücklich für seine Transparenz bedankt. Manche spielen seine Songs deshalb nicht – oder eben genau deswegen doch.

Was ihn wirklich überrascht: Kritisiert wird weniger die KI-Nutzung selbst, sondern seine Offenheit darüber. Ein früher erfolgreicher österreichischer Musikproduzent soll ihn sogar direkt angegangen haben mit den Worten: „Wir alle verwenden KI, aber halt endlich die Fresse und stell nicht alle bloß, indem du das thematisierst!“

Wachta zeigt sich darüber ehrlich schockiert. „Beim Thema KI werden manche komplett irrational. Da geht es teilweise noch härter zu als in der Modebranche“, sagt er. Beirren lässt er sich davon nicht. Im Gegenteil: Er fordert sogar eine klare Kennzeichnungspflicht für Musik. Seine Idee: Kategorie A für komplett KI-freie Produktionen, Kategorie B für teilweise KI-Unterstützung und Kategorie C für vollständig KI-generierte Songs. „Auch Voll-KI ist nichts Schlechtes. Am Ende soll doch einfach das Publikum entscheiden, was ihm gefällt.“

Für ihn ist KI schlicht ein Werkzeug. „Wenn es die Arbeit erleichtert, ist das doch großartig. Was kommt als Nächstes? Kritisieren wir jemanden, weil er beim Ikea-Regal einen Akkuschrauber statt eines normalen Schraubenziehers benutzt?“

Der 42-Jährige betont außerdem, dass viele aktuelle Chart-Hits längst stärker automatisiert entstehen, als man öffentlich zugeben würde. „Oft wird heute auf Knopfdruck produziert, dann singt jemand mit echter Stimme drüber – fertig. Da stecke ich in manche meiner Songs trotz offener KI-Nutzung mehr Arbeit hinein als andere in angeblich ‚KI-freie‘ Produktionen.“

Er arbeitet mit mehreren KI-Tools, mischt echte Stimmen mit KI Bearbeitung oder nutzt auch vollständig generierten Vocals. „Die Übergänge sind fließend. Du kannst ein paar Takte einsingen und den Rest vom System weitersingen lassen. Das spart enorm Zeit und Geld.“ Für ihn ist das auch eine Frage der Machbarkeit: Neben seinem intensiven Hauptberuf wäre ein solches Output sonst kaum möglich. Trotzdem, so betont er, stecke viel Persönliches in seiner Musik – besonders in einigen sehr privaten Texten.

Für Wachta ist KI längst Gegenwart, nicht Zukunft. „Mindestens 80 Prozent der Musik- und Fotoproduktionen arbeiten inzwischen damit. Ganze Hochzeiten werden mit KI nachbearbeitet.“ Auch abseits der Musik nutzt er die Technologie – bei Recherchen, Texten, Konzepten, Grafikdesign oder sogar seiner Agentur-Website. Mit einem Augenzwinkern ergänzt er: „Aber meine Models sind zu 100 Prozent echt.“

Der Erfolg gibt ihm recht. In Hörer- und Deejay-Charts in Norwegen, Deutschland, Österreich und Spanien konnte er bereits sechs Nummer-1-Platzierungen sowie zahlreiche Top-10-Erfolge feiern. Sein norwegischer Techno-Track „Vi har en stor fest i kveld“ schaffte es kürzlich auf Platz 1 der norwegischen Deejay-Charts. In Spanien platzierte er nach fast 20 Monaten Anlaufzeit gleich zwei Songs in den Musikcharts „Listas nacionales españolas de música“ (www.listasmusica.com).

Dabei bleibt er realistisch: „Das sind natürlich Nischencharts. Das kann man nicht mit klassischen Verkaufscharts vergleichen. Wenn man es mit Tennis vergleicht: Ein David Guetta spielt Grand Slams – ich eher Challenger-Turniere. Aber ich freue mich trotzdem über jeden Pokal und darüber, wenn Leute meine Musik feiern. Zum Glück muss ich nicht davon leben.“

Live aufgelegt hat Dominik Wachta übrigens schon vor rund 20 Jahren. Heute präsentiert er seine Musik vor allem im Rahmen von CD-Showcases – zuletzt bei der Fashion Week in Berlin, im März auch in Paris. Dort treffen sein Hauptberuf und sein musikalisches Herzensprojekt ganz direkt aufeinander.