Menowin Fröhlich – Konzerte trotz Knast ?

Menowin Fröhlich – Konzerte trotz Knast ?

Jetzt sitzt er also. Vor einigen Tagen wurde Menowin Fröhlich geschnappt, nachdem er sich nicht freiwillig im Fritz-Bauer-Haus der JVA Darmstadt eingefunden hatte, um seine Reststrafe von 313 Tagen anzutreten. Sein damaliger Anwalt erzählte gegenüber der Bild, dass er mit Engelszungen, aber leider vergebens, auf ihn eingeredet habe und dann sei die Verbindung ganz abgebrochen.

Volker Neumüller (li.) und Menowin Fröhlich (c) RTL / Stefan Gregorowius

Das Versteckspiel dauerte aber nur einen Tag, dann wurde er bereits aufgegriffen und verhaftet. Inzwischen hat Menowin auch einen neuen Anwalt.

Trotzdem meint Rico Steinbach, der sich gegenüber der Zeitschrift IN als Manager bezeichnen lässt, obwohl das vom Team Menowin doch gerade erst wieder dementiert wurde, dass Menowin wohl bald in den offenen Vollzug käme:

„Nach acht Wochen könnte er in den offenen Vollzug übergehen. […] In drei Monaten entscheidet ein Gericht, ob seine Reststrafe wegen guter Führung erneut auf Bewährung ausgesetzt wird.“

So sehr sich die noch übrigen Fans auch freuen, so unglaubwürdig klingt das doch. Wie kann es angehen, dass jemand Privilegien bekommt, der sich nachweislich der Strafe entziehen wollte? Von Flucht war und ist immer noch die Rede.

Sieht es nicht eher so aus, als wenn Menowin seine 313 Tage plus eventuellem Nachschlag wegen noch anhängiger Anzeigen (z.B. wegen schwerer Körperverletzung) ganz normal absitzen müsste?

Die Internet-Zeitung heinertown.de erfuhr vom Gefängnisdirektor der JVA Darmstadt-Eberstadt, dass es für Menowin keinerlei Privilegien geben wird. Er muss zunächst einmal wie alle anderen auch, die grau-rote Anstaltskleidung tragen. Sowohl eine Einzelzelle alsauch ein Fernseher können beantragt werden, wobei ihn letzterer wahrscheinlich doch vom Schreiben an seinem autobiografischen Werk ablenken würde, das bereits am 30. April erscheinen soll.  Auf der offiziellen Homepage liest sich das unter Releases so:

Alles außer Fröhlich / Cover (c) Gryphon Verlag
Alles außer Fröhlich / Cover (c) Gryphon Verlag

xx.3.2011 Debüt-Single   30.04.2011 – Autobiografie

Ein Werk über Menowin gibt es ja bereits. Es heißt: „Alles außer Fröhlich“ und stammt aus der Feder seines Ex-Bookers Helmut Werner.

Dass die Single bereits im Kasten sein soll, wurde über die letzten Monate hinweg ja schon mehrfach bekannt gegeben. Seit dem 4.6.2010 wurde das Release-Datum immer wieder verschoben. Ist es jetzt wirklich soweit? Steinbach, der in letzter Zeit immer öfter als Pressesprecher des Teams auftritt, scheint ja sogar der Meinung zu sein, dass Menowin Fröhlich mit einer Sondergenehmigung sein erstes Album (was denn nun, Single oder Album?) promoten dürfte, wie er der IN mitteilte. Auch Auftritte sollen möglich sein, solange er sich bis 22 Uhr wieder im Heimatknast zurückmeldet.

Ob das wohl gut geht? Menowin hat seine Unzuverlässigkeit über die Monate hinweg bewiesen. Er ließ die Fans oft stundenlang warten und manchmal kam er gar nicht.  Falls er, obwohl er per Haftbefehl eingeliefert werden musste, dennoch Freigang bekäme, würde das klappen? Und vor allen Dingen: wie groß wäre denn eigentlich sein Radius um den Knast herum, um nach einem Konzert wieder pünktlich einzufahren? Werden die Auftritte dann eher nachmittags stattfinden?

Falls es doch nichts mit dem geplanten Freigang werden sollte und Menowin wieder die berühmten Steine und Felsbrocken in den Weg gelegt werden, dann gibt es dennoch etwas Erfreuliches zu berichten: es gibt in Darmstadt einen Gefangenen-Gospelchor. Die dortige Leiterin freut sich auf einen Aufnahmeantrag Menowins. Allerdings müsse er dann seine Starallüren ablegen, meinte sie, denn er sei dort nur ein normales Mitglied des Chors.

Auch Bühnenluft könnte Menowin dann schnappen, denn drei- bis viermal während seines Aufenthaltes gibt es auch Auftritte, zumindest aber zu Ostern und Weihnachten.

Zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft bietet das Gefängnis außerdem eine Ausbildung zum Tischler oder Mediengestalter an.

Wir finden, das sind  gute Aussichen für Menowin während der nächsten 313 Tage, zumal er seine Malerlehre ja nicht abgeschlossen hat.

Inzwischen sorgt der Facebook-Seitenbetreiber Michael Morris dafür, dass die Fanbase sich weiter reduziert, denn er hat am 23.2. unmissverständlich mitgeteilt, dass Kritik auf seiner Seite nicht mehr erlaubt ist und sofort gelöscht wird. Nur mal zur Info: Kritik übt bereits der, der – obwohl Fan – etwas, z.B. den Wahrheitsgehalt eines Statements des Management-Teams, bezweifelt oder auch nicht verstanden hat und nachfragt: was denkt ihr darüber? Oder jemand, der ganz offen sagt: ich mag Menowins Stimme noch, aber ich mag nicht seinen Lebenswandel.

Diese Leute werden jetzt also umgehend gelöscht. Aber war das nicht immer so? Jetzt ist es einfach nur ganz offiziell, und dafür danken wir MiMo, wie er liebevoll von allen genannt wird. Denn es gab doch immer wieder Zweifler einer derartigen Zensur, leben wir doch im Zeitalter der Meinungsfreiheit.

Menowin wird das alles nicht interessieren, denn Internet gibt es für ihn nicht und – falls er bereits besucht werden darf – wird er sicherlich wieder nur Gutes über sich hören. Die hardcore Fans sind ja der Meinung:

„Menowin wir lieben dich, so wie du bist. Lass dich nicht verbiegen. Weiter so!“

Ich erlaube mir dazu zu sagen: Menowin, hör nicht drauf! Ändere dich und mach endlich was aus deinem Leben! Man muss sich nicht verbiegen, um sich zu ändern.

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