Menowin Fröhlich – Ich musste verlieren, um zu gewinnen – Teil 3

Menowin Fröhlich – Ich musste verlieren, um zu gewinnen – Teil 3

© 2011 Verlag Driediger

Menowin Fröhlich, der DSDS-Zweite 2010 hat mit Co-Autor Enno Faber zusammen seine Lebensgeschichte geschrieben. Schon lange warten die Fans auf eine Klarstellung, zumal inzwischen von Helmut Werner das Buch „Alles außer Fröhlich“ erschienen ist. Nun hat sich der 23jährige endlich zu einer Autobiografie entschlossen. Er möchte Klartext reden, die Fakten auf den Tisch legen, Vorurteile ausräumen.

© 2011 Verlag Driediger

Mit 13 hat er zum ersten Mal gemerkt, wie wichtig ihm die Musik ist. Musik und Mädels ließen sich auch wunderbar miteinander verbinden, als er einen Hip-Hop Tanzkurs besuchte. Die Mädels waren älter als er, so um die 18 Jahre alt. Alle zwei Wochen gab es irgendwo einen Auftritt. Hier lernte er auch seine erste Freundin, Johanna, kennen. Auch die war älter.

Im Keller in der Spitalhofgasse hat damals alles angefangen. Das war meine Welt, mein Reich, meine Musik. Und ich habe die Musik gesucht. Nachmit­tags war ich in der Tanzschule und habe mir die obli­gatorische Dosis verpasst, abends saß ich dann Sou­terrain und gab mir den Rest. Für mich war nicht mehr Fußball spannend, sondern nur noch Musik. Musik war meine Droge, das wurde mir mit dreizehn zum ersten Mal bewusst.

Kleine Auftritte vor Menschen hätten ihm schon immer Spaß gemacht. Als Kind sei er in den Bierzelten auf die Bühne geklettert, habe sich das Mikro geschnappt und angefangen zu singen. Engelbert und Marianne Rosenberg. Menowin outet sich als ein bekennender Schlagerfan.  Die Leute hätt’s gefreut und mit Taschen voller Geld, verdient bei seinen Miniauftritten,  sei er nach Hause gekommen.

Er habe immer schon gespürt, dass da etwas ist, was ihn von anderen unterscheidet. Diese Sucht nach Musik, diese Besessenheit. Irgendwann war ihm klar:

Er wollte Sänger werden.

Mit zwei anderen Jungs zusammen wurde die Band „Face in the Sunshine“ gegründet. Sie hatten ein Ziel, sie wollten singen, auf die Bühne.

Wir faulen Säcke waren auf einmal richtig fleißig, ganz ohne Klassenarbeit, Zeugnis und Zensuren.

Mit 15 gewannen sie einen Gesangwettbewerb in einer Diskothek, dem Vinity 9 Club.

Ich war total high. Wir hatten ja nicht nur den Gesangscontest gewonnen, sondern mit dem Sieg auch die Zusage zur Produktion eines eigenen Songs in der Tasche. Wie geil war das denn! Eine exklusive Studioaufnahme zusammen mit Resat, der damals auch im Vinity 9 als DJ R hinter den Turntables stand.

Sie haben dann einen Song gebastelt, der rumging wie eine Seuche. Alle Mädels in der Schule wussten, wer die Sänger waren.

Er bekam Anerkennung.

Mit 15 durfte er, weil er Beziehungen hatte, Diskotheken besuchen, die erst ab 18 erlaubt waren. Sehr zum Leidwesen von Tante Kersha, die wollte, dass er abends früh nach Hause kam. Aber auf die hörte er nicht mehr.

Der Musiker in mir war noch nicht stark genug. Ich war noch zu sehr Kind meiner Eltern, Sonderschüler, Kiffer, Krimineller. Niemand hatte mir was anderes gezeigt.

Er rutschte mehr und mehr ab in die Kriminalität.

Gerade mit dem letzten Satz „niemand hatte mir was anderes gezeigt“ kommt sehr stark die Neigung Menowins zum Ausdruck, Verantwortung auf andere abzuwälzen. Interesssanterweise haben viele seiner Fans dieses Verhaltensmuster übernommen. Menowin war nur die ersten Lebensjahre mit seiner Mutter zusammen. Widersprüchlich zum letzten Satz ist auch die Aussage im Buch, dass Tante Kersha ihm Geborgenheit vermitteln konnte, ihm Regeln vorgegeben habe, die er aber irgendwann – spätestens mit Beginn der Pubertät – nicht mehr einhalten wollte.

Fortsetzung folgt.