Menowin Fröhlich – ich habe Fehler gemacht, die ich bereue …

Menowin Fröhlich – ich habe Fehler gemacht, die ich bereue …

„Der liebe Gott hatte einen guten Tag, als er dir die Stimme und das Talent gegeben hat.“ So steht es auf Menowin Fröhlich’s Homepage stolz geschrieben und zahlreiche RTL-Zuschauer können dies auch bezeugen. Kein geringerer als der gerne als Poptitan bezeichnete Dieter Bohlen, hat es einstmals gesagt und mit Sicherheit damals auch so gemeint. Denn Lob kommt aus dem Mund des Castingshow-Sternchen-Produzenten nur dann, wenn es wirklich angebracht ist. Gefühl muss in der Stimme mitschwingen und sie sollte Wiedererkennungswert haben. All das brachte Menowin Fröhlich wohl mit.

Sogar zweimal gab man ihm eine Chance. Im Jahr 2005 wurde er von der Jury unter die letzten Teilnehmer der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) gewählt, kam dann aber nicht weiter, weil er quasi von der Bühne weg, kurz vor der Show, als langgesuchter, straffälliger Jugendlicher verhaftet wurde. Nach seiner Verurteilung kam er von einem Freigang nicht zurück. Stattdessen fand er bei seiner Cousine Unterschlupf. Auf der Homepage kann man dazu folgendes nachlesen:

Menowin Fröhlich (c) RTL / Stefan Gregorowius

„Während seiner Flucht zeugte er mit seiner damaligen Freundin drei Kinder. Joel (3), Jiepen Jolina (2), Geneve Maria Sonja (1)“

Schreibt man sowas wirklich so dezidiert in eine Biografie? Kann man das nicht anders ausdrücken? Auch die Straftaten werden in der Biografie ausführlich besprochen. Bei solchen Beschreibungen auf einer offiziellen Homepage könnte man fast annehmen, es handelt sich nicht um seine Freunde, die das für ihn formuliert haben, sondern eher um seine Feinde.

Nach seiner Haftentlassung erhielt Menowin Fröhlich eine erneute Chance und wurde im April 2010 zweiter Sieger bei eben derselben Castingshow. Sofort kamen einige Produzenten, z.B. Ralf Siegel, die mit ihm arbeiten wollten. Im Mai war sogar von einer CD mit Moses Pelham die Rede. Sido bestätigte jetzt in einem Interview, dass er den Kontakt zwischen beiden hergestellt hat. Zu einer Produktion ist es dann aus zweierlei Gründen nicht gekommen:

„Das liegt an der Arbeitsmoral, weißt du. Und zu dem Zeitpunkt, wo die beide miteinander arbeiten wollten, ging das auch vertraglich nicht.“

Menowin hatte sich inzwischen für eine Zusammenarbeit mit den Bookers Richard Lugner/Helmut Werner entscheiden und tingelte mit Werner, der über diese Zeit mit ihm ein Buch geschrieben hat, das demnächst auf den Markt kommt, drei Monate lang durch Deutschland und Österreich, von einem PR-Auftritt zum anderen. Mehr oder weniger erfolgreich. Am Anfang mehr, am Ende gar nicht mehr. Das lag wohl insbesondere an Menowins Eskapaden und der immer wieder zutage tretenden Unzuverlässigkeit. Nie wusste man, ob er wirklich zu einem Auftritt erscheinen würde. Und wann. Manchmal kam er erst Stunden später. Er verlor zahlreiche Fans durch derartige Aktionen.

Die Zusammenarbeit zwischen den Österreichern und Fröhlich endet mit einer Anzeige gegen Menowin wegen schwerer Körperverletzung. Werner hat seitdem eine Narbe über dem rechten Auge und einen abgesplitterten Zahn, der inzwischen repariert wurde. Von Werner wissen wir, dass er zu sehr auf seinen Cousin Mikel Fröhlich hören würde, der inzwischen, zusammen mit Marion Ihle, sein Manager im „Team Menowin“ ist.

Sido hat es jetzt in besagtem Interview sehr gut zusammengefasst. Auf die Frage: „Ist sein Umfeld schlecht?“ antwortet er:

„Menowin macht sein Umfeld. Manche Leute gehen in ein Umfeld und schwimmen da mit. Und es gibt nicht viele Macher. Menowin ist ein Umfeld-Macher, der macht sich sein Umfeld selber. Was sein großes Problem ist.“

Er versuche auch, mit ihm darüber zu reden, aber es nütze nichts.

„Wir kämpfen. Wir arbeiten dran, dass er das hinkriegt.“

Auch Booker Werner beschreibt Menowin Fröhlich als beratungsresistent. Trotz mehrfacher Aufforderungen sei er nicht zu Gerichtsterminen und Terminen mit seiner Bewährungshelferin erschienen. Die Quittung gibt es jetzt: Die Bewährung wurde aufgehoben, Menowin darf demnächst die 313 Tage nachsitzen.

Vergessen ist wohl, was Menowin selbst einmal gesagt hat. So steht es zumindest auf seiner Homepage:

„Was ich getan habe, tut mir unendlich leid. Ich habe Fehler gemacht, die ich bereue, und möchte jetzt ein neues Leben starten mit Hilfe der Musik.“

Wann, Menowin?