Menowin Fröhlich, der DSDS-Zweite 2010 hat mit Co-Autor Enno Faber zusammen seine Lebensgeschichte geschrieben. Schon lange warten die Fans auf eine Klarstellung, zumal inzwischen von Helmut Werner das Buch “Alles außer Fröhlich” erschienen ist. Nun hat sich der 23jährige endlich dazu entschlossen, Klartext reden, die Fakten auf den Tisch legen, Vorurteile ausräumen.

Menowin war wegen Scheckbetrug und schwerer Körperverletzung zu 2 Jahren und 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden, kurz nachdem er es in die Runde der letzten 20 Teilnehmer bei DSDS geschafft hatte.
Es gab Revierkämpfe und Hierarchien. Es gab Täter und Opfer
Ich habe nie zu den Opfern gehört, dafür hatte ich schon zu viel hinter mir. Ich war einer, der sich wehren konnte.
Kurz zuvor gab es den ersten Kontakt zu seiner späteren Freundin und Mutter seiner drei Kinder, Sabrina, die sich ihm als entfernte Cousine vorstellte. Erst telefonisch, dann per Post mit Foto. Als er sie zum ersten Mal in natura traf, habe ihn der Blitz getroffen. Es war wohl Liebe auf den ersten Blick. Gleichzeitig hatte er Angst vor einer Fernbeziehung, glaubte nicht, dass ihre Liebe halten würde. Er wollte wissen, wie es ist, mit Sabrina zu leben, mit ihr einzuschlafen, neben ihr aufzuwachen – einfach mit ihr zusammen sein.
Im November gab ihm die JVA acht Stunden Freigang. Er kam nicht mehr zurück. Von diesem Moment an war er auf der Flucht
Nur ein kleiner Augenblick des Zweifels, ein kleiner Ruck in die falsche Richtung, und ich hatte meine ganze Zukunft, komplett alles über den Haufen geworfen.
Drei Kinder wurden in dieser Zeit geboren. Jedes Jahr eins. Auch dann noch, als er sehr schnell, bereits vor der Geburt von Joel, dem ersten Kind, erkannt hatte, dass Sabrina nicht die Frau war, mit der er alt werden wollte. Das Bild, das er von ihr hatte, entpuppte sich als Illusion.
Er erwachte wie aus einem Rausch, aber sie wollten es trotzdem weiter miteinander versuchen.
Als das ersten Kind geboren war, nahm Menowin sich vor, diesem ein guter Vater zu sein, nicht die gleichen Fehler zu wiederholen, wie seine Eltern.
Ich habe gedacht: „Ich will mich ändern. Ich will nicht, dass mein Sohn so aufwächst wie ich aufgewachsen bin. Ich will für meine Kinder da sein. Ich will nie mehr so sein, wie ich mal war.“
Bereits nach einem Jahr Flucht habe er sich wie tot gefühlt, keinen Ausweg mehr gesehen, Depressionen bekommen. Er schaute sich Castingshows an und ihm war klar, welche Chance er vertan hatte. Hätte er doch nur eine zweite Chance, diesmal würde er sie nutzen! Er wusste, um jemals wieder ein freier Mann zu sein und aus dem Gefängnis der Flucht herauszukommen, musste er noch einmal dorthin, wo die Fenster vergittert sind. Musste sich stellen.
Im Haus seiner Tante Kersha – sie hatte inzwischen gebaut – wurde ihm klar, was sein größtes Problem war:
Das Problem war nur meine Angst. […] Diese unerträgliche Angst vor Verlust, vor Liebesentzug, vor der Einsamkeit.
Er wollte dieses Gefühl, das ihn sein ganzes Leben begleitet hat, endlich loswerden. Frei sein. Sein Onkel bestärkte ihn darin, endlich sein Leben zu leben, endlich Verantwortung zu übernehmen. Und – was immer geschehe, die Tür zu seinem Haus stünde immer offen für ihn.
Cousin Mikel habe ihn am 18.1.09 zurück in die JVA gefahren. Als die Zellentür hinter ihm zu fiel, habe er vor Erleichterung gestöhnt.
All die Last fiel von mir, dieser Druck, diese Angst, diese Ausweglosigkeit. Endlich hatte ich diesen einen Schritt getan. Jetzt endlich würde alles gut. Jetzt konnte nichts mehr schieflaufen.
Nun würde er seine Reststrafe absitzen und nach seiner Entlassung würde er Deutschland zeigen, was er wirklich drauf hat. Er konnte nur noch gewinnen.
Was daraus geworden ist, wissen wir inzwischen. Menowin sitzt seit Februar wieder in der JVA, voraussichtlich noch bis Ende des Jahres. Vor ein paar Tagen ist er nochmal verurteilt worden, wieder wegen gefährlicher Körperverletzung. Diesmal zu einer milden Bewährungsstrafe von 9 Monaten mit einer Bewährungszeit von 36 Monaten. Auch wird er eine Anti-Aggressions-Therapie besuchen müssen. Vor zwei Tagen hat er in einer Video-Botschaft dann schon wieder Besserung gelobt. Auch da war er überzeugt, es gäbe einen völlig neuen Menowin. Wieder mal.
Es ist ihm zu wünschen, dass dieser Kreislauf durchbrochen werden kann und er es diesmal schafft, sich nicht nur den nötigen Ruck zu geben sondern auch noch die Richtung einzuhalten. Mit einer guten Therapie kann das klappen.
Fortsetzung folgt.









