ESC 2011 – War Lena vielleicht nur als Zugpferd gedacht?

ESC 2011 – War Lena vielleicht nur als Zugpferd gedacht?

Judith Rakers und Stefan Raab, Anke Engelke - Eurovision Song Contest 2011 © NDR/Willi Weber/Andreas Rehmann (M)/David Paprocki (M)
Judith Rakers und Stefan Raab, Anke Engelke - Eurovision Song Contest 2011 © NDR/Willi Weber/Andreas Rehmann (M)/David Paprocki (M)

Der diesjährige Eurovision Song Contest liegt nun schon zwei Tage zurück und man kann das Geschehen in der letzten Woche einmal mit mehr Abstand betrachten. Denn vielleicht war Lena’s Titelverteidigung von vorneherein unwahrscheinlich. Aber als Zugpferd konnte sie die Massen inspirieren.

Lena Meyer-Landrut (c) Daniel R. Pöhler, CastingShow-News
Lena Meyer-Landrut (c) Daniel R. Pöhler, CastingShow-News

Lena Meyer-Landrut, eine Künstlerin, welche die Nation spaltet. Die einen mögen sie, die anderen überhaupt nicht. Ein Zwischenmaß ist bei der Bevölkerung kaum zu finden. Aber trotzdem, Lena hat den ESC mit ihrem Gewinn in Oslo und der versprochenen Titelverteidigung in diesem Jahr wieder für das Publikum interessant gemacht. Denn bei Umfragen zu dem Begriff „ESC“ konnten sich die meisten Befragten nichts drunter vorstellen. Und der Begriff „Grand Prix“ war schon lange überholt und als Schlagerabend mit so gut wie keiner Aufmerksamkeit von Seiten der Zuschauer in der Versenkung verschwunden.

Stefan Raab wollte mehr, er wollte die Show einmal ganz entrümpeln und als Pop Show auferstehen lassen. Da kam ihm der Überraschungssieg von Lena Meyer-Landrut in Oslo 2010 gerade recht. Mit der versprochenen Titelverteidigung in Deutschland 2011 konnte der „Moderatorenking“ das Interesse an Lena und damit am ESC ein Jahr lang wach halten.

Stefan Raab, Lena und Thomas Schreiber (c) Daniel R. Pöhler, CastingShow-News
Stefan Raab, Lena und Thomas Schreiber (c) Daniel R. Pöhler, CastingShow-News

Der Eurovision Song Contest in Düsseldorf war die modernste Show überhaupt in der Geschichte dieses Wettbewerbes. Lena Meyer-Landrut hat die Massen mobilisiert und Stefan Raab die Sender. Denn eine andere Funktion konnte Lena gar nicht haben. Die Titelverteidigung war praktisch so gut wie unmöglich. In den letzten 15 Jahren ist das noch keinem Künstler gelungen und auch schon vorher waren diese Ausnahmen sehr sehr selten. Lena mit „Taken by a Stranger“ war von Anfang an chancenlos gegen die übermächtige Konkurrenz. Es war nicht nur der Song, auch stimmlich konnte sie nicht mithalten. Und das fröhlich-freche Image von Oslo hatte Lena einfach nicht mehr zu bieten.

Für Lena Meyer-Landrut ergeben sich nur jetzt ein paar Probleme. Denn der Meister, Stefan Raab, hat sein Ziel mit Lena’s Hilfe erreicht – wenigstens für dieses Jahr. Doch auch Max Mutzke, der auch mit Stefan am ESC teilnahm, produzierte noch ein Album mit ihm. Danach war der Stern Max Mutzke abgetaucht. Lena’s zehnter Platz in Düsseldorf war keine Glanzleistung und wenn ihr Meister sie fallen lässt, wird aus dem Star Lena ganz schnell eine „ehemalige Gewinnerin der ESC“. Denn mit ihrem Verhalten hat sie sich bei den Zuschauern keine Freunde mehr gemacht. Sie gilt da wohl eher als „abgehoben, dreist und eingebildet“ nur um ein paar Begriffe zu nennen. Sie hat ja noch den Plan B, ihr Abitur zu machen – das wird sie wohl auch brauchen. Denn ohne Stefan Raab wird aus Lena’s Stern wohl eine Sternschnuppe werden.Und ob Stefans Plan, den ESC wieder beliebt in Deutschland zu machen aufgeht, das wird sich frühstens im nächsten Jahr zeigen. Dabei sollte er aber auch bedenken, der zehnte Platz dieses Jahr hat keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Aber als Zugpferd für die ESC Show dieses Jahr – da hat Lena ihren Job sehr gut gemacht. Nur der Zuschauer könnte das wohl unter Umständen anders sehen.