Buch Helmut Werner Teil 5: Menowin Fröhlich hinter den Kulissen der Auftritte...

Buch Helmut Werner Teil 5: Menowin Fröhlich hinter den Kulissen der Auftritte erster Akt

Alles außer Fröhlich / Cover (c) Gryphon Verlag
Alles außer Fröhlich / Cover (c) Gryphon Verlag

Wir berichten seit einigen Tagen über das Buch, das Helmut Werner über Menowin Fröhlich, dem DSDS-Zeiten 2010 gechrieben hat. Diesmal geht es um Dinge, die hinter den Kulissen passiert sind. Werner erzählt, wie es wirklich war.

Am 11. Mai war der Auftritt in Mallorca, am 12. Mai hatte Menowin Fröhlich in Bingen gleich zwei Auftritte. Am Flughafen wurde er von Freunden abgeholt, die ihn, nach einem kurzen Abstecher in Darmstadt, zu seinem Auftritt bringen sollten. Helmut Werner:

Alles außer Fröhlich / Cover (c) Gryphon Verlag
Alles außer Fröhlich / Cover (c) Gryphon Verlag

„Menowin ist so ein Typ, der sich überhaupt nicht an die Vorgaben und Richtlinien hält. Er kann gar nicht so nachvollziehen, was es bedeutet, etwas zu planen und zu Terminen pünktlich zu sein. Der versteht das gar nicht. Geht bei einem Ohr rein, beim anderen Ohr raus. Das ist seine Unwissenheit und seine absolute größenwahnsinnige Dummheit. Menowin hat keine Disziplin.“

Über die Bekannten, die  ihn am Flughaften abholen, lässt er schreiben:

„Das war echt unterirdisch. Das sind Leute, denen ich nicht in der Nacht auf der Straße begegnen möchte.“

Menowin kam dann zwei Stunden später, also erst um 19 Uhr. Einige Kinder hatten somit vier Stunden gewartet. Der Auftritt war ein großer Erfolg, die Fans jubelten.

Nachfolgend bat der Veranstalter um ein Meet & Greet, weil er das so mit seinen Gästen abgesprochen hatte. So stand es allerdings nicht im Vertrag. Werner beschreibt Menowins Reaktions so:

„Nee, mach ich nicht, neee, will ich nicht – brauch den Scheiß nicht machen.“

So viel also zu seiner großen Liebe zu seinen jungen Fans. Auch zum nächsten Auftritt kam er zwei Stunden später.

„Die Halle ist vor lauter Menschen fast auseinandergebrochen. […] Und schon wieder packt ihn der Größenwahn.“

Denn Menowin wollte nach dem Auftritt den kurzen Fußweg von einer halben Minute  zum Hotel nicht laufen. Er bestand tatsächlich auf einer Stretchlimousine, die man ihm dann aber doch ausreden konnte. Die anschließende Autogrammstunde musste ausfallen, da Menowin angeblich tierische Zahnschmerzen hatte.

Der Sohn von Chris Roberts war auch im Hotel. Er kam wohl eigens wegen Menowin, damit dieser sich ein paar Songs für eine mögliche CD anhören konnte. Fröhlich hatte noch nicht einmal fünf Minuten Zeit, er hatte einfach keine Lust.

Helmut Werner: „Es ging bei Menowin nur um Weiber, Saufen, Sex und Drogen

Quelle: www.radiogong.com
Mit freundlicher Genehmigung von www.radiogong.com

In der Presse wurde Menowin hoch gelobt:

„Es war eines dieser Konzerte, welches Bingen sicher noch länger nicht vergessen wird. Mädchen gingen zu Boden, Sanitäter waren gefragt und Menowin Fröhlich rockte die Rheinresidenz. […]“

Auch der Auftritt in Fulda war  ein großer Erfolg für den Disco Funpark.

„Die Zuschauer, die zum Teil eine weite Anreise auf sich genommen hatten, waren begeistert.“

Im katholischen Fulda war Menowin übrigens erst mal kein so gern gesehener Gast. Sowohl der Bischof alsauch der Bürgermeister der Stadt haben versucht, den Auftritt „dieses bekannten Verbrechers“ zu verhindern.

Folgende Forderung gab es an den Veranstalter seitens des Managements, um Menowin bei Laune zu halten. Pro Auftritt: „Menowin benötigt vier Flaschen Champagner, frisches Obst, Pralinen und eine Stange Zigaretten pro Auftritt. Dazu noch Mineralwasser, Tic Tac, Roastbeef, Stangenbaguette, Lachsbrötchen usw. Dann mussten wir fünf weiche und flauschige, vorgewaschene Handtücher bereit legen, weil der Menowin ja immer so schwitzt.“

Das sei die Standardanforderung gewesen. Es habe klein angefangen und wurde immer mehr.

Nach Fulda wurden die Wünsche und Forderungen noch größer: Jetzt brauchte er eine persönliche Security und einen persönlichen DJ (Resat Bauer), der ihm die Platten einspielen musste. Es war grotesk.

Dank dieses DJ sei dann die Stimmung eher in den Keller gefahren worden, weil er Black Music spielte. Dies sei auch Menowins Lieblingsmusik. Aber würde nicht zum Umfeld un der Show passen.

Zur Comet-Verleihung nach Oberhausen wollte Menowin offenbar unbedingt nicht zu spät kommen. Um das zu erreichen, flog er mit dem Helikopter, für schlappe 2.700 Euro. Er hatte es ja.

Werner: „Bestellt der Heini einen Heilikopter, so mir nichts dir nichts. Man gönnt sich ja sonst nichts.“

11.6. Hannover. Meet&Greets. Der Veranstalter war begeistert und wollte Menowin 500 Euro extra geben. Menowins Reaktion:

Wir brauchen keine Almosen, wir scheißen auf die 500 Euro.“

Man konnte mit Menowin nicht vernünftig reden:

„Er rastete immer voll aus. Menowin dachte immer, er ist der Superstar. Ihm kann nie was passieren, die ganze Welt dreht sich nur um ihn.“

20.5. Hainburg –  Menowin Fröhlich rockt Disco Way Up in Hainburg.  Er scheint,wenn man sich die Aktionen und Reaktionen der Fans ansieht, wohl der Superstar der Herzen 2010 zu sein. Das Geheimnis seines Erfolges sehen Fans inzwischen so:

„Eben weil Menowin sich nicht anpasst, ist er etwas Besonderes.“

22.5. Untermeitingen –  Menowins Auftritt sollte um 22 Uhr sein. Die Disco war voll. Aber Menowin kam drei Stunden zu spät. Der Veranstalter musste Karten zurücknehmen und Preise mindern. Er hatte den Termin einfach verschlafen, denn er macht Party bis morgens und schläft bis nachmittags.

23.5. Landstuhl – auch hier kam Menowin drei Stunden zu spät. Die Autogrammstunde musste aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden, da die Fans nicht zu steuern waren. Werner rief die Polizei um Hilfe.

Abends fehlte dann die CD. Menowin hatte nachmittags nach dem Konzert vergessen, sie mitzunehmen.

Werner: Und dann hat Menowin zum DJ gesagt: Du gehst jetzt raus und sagst dem Publikum, dass du die CD verloren hast. Sonst schlage ich dich windelweich.“

Hätte der DJ sich geweigert, dann wäre Menowin nicht auf die Bühne gegangen. Menowin hat dann fünf Songs a capella gesungen.

Die Fans haben ihn dafür gelobt und geliebt. Er hat nie zugegeben, dass es seine Schuld war.

Fortsetzung folgt

Alles ausser Fröhlich: Meine 101 Horror-Tage mit Menowin Fröhlich