Die erste Staffel von The Voice in den USA ist seit Kurzem beendet. Zeit, ein Fazit zu ziehen. Durchweg wurde bestätigt, dass in dieser Castingshow ganz bestimmt andere Schwerpunkte gesetzt werden, als in allen bisherigen Formaten. Werden die Kandidaten dort eventuell einmal respektvoll behandelt?

Der Ablauf der ersten The Voice-Staffel jenseits des großen Teiches gibt Anlass zu Hoffnungen. Denn im Gegensatz zu den bekannten Castingshows, allen voran Deutschland sucht den Superstar, gibt es in diesem Format keine Jury, nur Coaches. Diese wählen ihr Team nur anhand der Stimmen aus. Sollte mehr als nur ein Coach sich für einen Kandidaten interessieren, dann darf der Kandidat entscheiden, welchem Team er dann beitritt.
Es werden Wünsche und Anregungen der Kandidaten von den Coaches angenommen und gemeinsam versucht, diese dann auch umzusetzen. Ein neues Karaoke-Talent, das zwar nicht unbedingt singen kann, aber gut aussieht, will The Voice of Germany nicht produzieren.
Die neue Castingshow will echte Talente fördern, die sich auch nach der Show in der Musikszene etablieren können. Nicht, wie in allen bisherigen Castingshows, nur Eintagsfliegen von „Superstars“ produzieren, die mit dem Finale ihren letzten großen Auftritt schon gehabt haben. Das Privatleben der Kandidaten ist völlig uninteressant. Eine sogenannte „Doku-Soap“ wie bei DSDS kommt in dem neuen Castingformat, welches aus der Erfolgsschmiede von John de Mol entstammt, garantiert nicht vor.
Die Kandidaten haben sich meist schon im Musikgeschäft in irgendeiner Form betätigt. In Amerika wurden einige Kandidaten gefragt, warum sie sich nicht bei American Idol – dem Gegenstück zu DSDS, beworben hatten. Die meisten hatten ihre Gründe:
„Wieso hätte ich sollen? Ich bin Songschreiberin, keine Karaokesängerin. Ich bin Künstlerin, keine Schauspielerin. […] Mir war der ,organische´ Weg immer lieber. Ich wollte nicht ,gemacht´ werden.“
Mit diesen Worten haben die Kandidaten den Unterschied zwischen diesen beiden Castingshows treffend beschrieben. Auch, dass die Jury nicht zu Gericht über den Bewerber oder Kandidaten sitzt und diese mit locker flockigen, teilweise geschmacklosen Sprüchen blamiert, da gibt die amerikanische Staffel berechtigte Hoffnung auf die erste Staffel von The Voice of Germany.









