Menowin Fröhlich, der DSDS-Zweite 2010 hat mit Co-Autor Enno Faber zusammen seine Lebensgeschichte geschrieben. Schon lange warten die Fans auf eine Klarstellung, zumal inzwischen von Helmut Werner das Buch „Alles außer Fröhlich“ erschienen ist. Nun hat sich der 23jährige endlich zu einer Autobiografie entschlossen. Er möchte Klartext reden, die Fakten auf den Tisch legen, Vorurteile ausräumen.

Seine Jugendliebe bekam irreparable Sprünge und zerbrach dann nicht zuletzt auch an seiner Kriminalität, aber Menowin konnte nicht aufhören. Er nahm sich, was er haben wollte. Er hat sich die Anerkennung, die er brauchte, über schicke Klamotten, ein geiles Handy, fette Uhren geholt. Das Geld dafür hat er sich von anderen genommen.
Da gab es zum Beispiel diesen Mathelehrer. Er wusste, wo der in seinem Auto bündelweise Geld versteckte. Da hat er sich dann immer ein oder zwei Hundert Euro mitgenommen, der hat das gar nicht gemerkt. Aber eines Tages wurde er leichtsinnig und hat ihm Geld aus der Börse genommen. Das hat der dann gemerkt und ihn angezeigt.
50 Arbeitsstunden war die Strafe. Die vergaß er einfach. Und so kam es, wie es kommen musste: die Strafe wurde in einen Monat Jugendarrest umgewandelt.
Ich schwöre euch, nach meiner Entlassung war ich mir sicher, ab diesem Tag würde ich ein besserer Mensch. Ich wollte auf keinen Fall da wieder rein.
Er hatte den aufrichtigen Vorsatz gefasst, sich zu ändern.
Doch einen Monat später hatte er es wieder verbockt. Man hatte ihn mit einer Gaspistole auf dem Schulgelände erwischt. Das nächste Strafverfahren. Eine Woche Knast. Er wurde mit den Problemen kaum noch fertig.
Ich habe mich nicht mehr für meine Eltern geschämt, sondern für mein eigenes verpfuschtes Leben.
Im Knast habe über sich und sein Leben nachgedacht, versucht, das Bild, das der Richter von ihm hatte, mit seinem eigenen zusammen zu bringen. Allmälich habe er akzeptiert, das andere von ihm glaubten, er sei ein schlechter Mensch, habe angefangen, das selbst zu glauben. Ansonsten wäre er daran zerbrochen.
Allmählich gewöhnte er sich an den Jugendarrest.
Selbst fürs Schuleschwänzen musste er hinter Gitter. Er nennt den Knast Neudeck sein zweites Heim. Damals, da habe er sich schon längst aufgegeben. Aber da wären diese drei Mädels gewesen, Diana, Sarah und Sara, Realschülerinnen und Gymnasiastinnen. Die wären für ihn putzen gegangen, um das Bußgeld für ihn zusammen zu bekommen.
Menowin will sich jetzt ändern, nicht mehr straffällig werden.
Denn das habe ihm die Augen geöffnet und er habe sich vorgenommen, sich ab jetzt so zu verhalten, dass er nicht mehr eingebuchtet werden konnte.Vom Arbeitsamt vermittelte Kurse und Praktika habe er regelmäßig besucht.
Bis eines Tages die Polizei wieder bei ihm anklopfte.
Diesmal völlig unnötig, denn er hatte, so sagt er, nichts gemacht. Aber die Polizei wollte ein Geständnis hören und sie hätten versucht, ihn unter Druck zu setzen. Der Druck war dann so groß, dass er sich gleich, wie zu alten Zeiten, etwas zu Rauchen besorgt hatte.
Das war schon immer die beste Möglichkeit seine Wut zu regulieren. So war meine Welt wieder heil, mir alles egal. Alles, restlos alles.
Und schon war er wieder im alten Leben. Fortbildung abgebrochen. Geld wurde gestrichen. Land unter.
Sie wollten ihren Verbrecher, sie sollten ihren Verbrecher bekommen. […] Ich konnte tun, was ich wollte, die würden mich immer wieder im Visier haben.
Aber durch die Polizeiakten sei sein Weg sowieso vorgezeichnet gewesen. Und Geld habe er immer wieder dringend gebracht.
Die nächste Straftat, inzwischen war Menowin 17, war ein Scheckkartenbetrug. Mit einer im Haus eines Bekannten gefundenen Scheckkarte samt Pin hob er wochenlang Geld ab. Erst mit Motorradhelm, dann ohne, gut sichtbar für die überall eingebauten Kameras.
Ich habe immer gewusst, das, was ich tue, ist falsch. Ich denke, es gibt bei jedem diesen Moment, wo man zum Beispiel denkt: „Okay, ich geh heut einen saufen.“ Und irgendetwas in einem sagt: „Nee, besser nicht.“
Es wäre nur ein Augenblick des Schwankens in die falsche Richtung, ein kleiner Ruck, und schon sei man wieder drin im alten Leben. Er habe nicht gesehen, dass man daran arbeiten kann. Erst durch DSDS habe er erkannt, dass es auch ein anderes Leben gibt. Etwas, wofür es sich lohnt, das Ruder wieder rumzureißen, diesen Augenblick des Zweifels zu besiegen.
Hier lernen wir einen Menowin kennen, der sich bemühen wollte, ein Leben zu führen, das gesellschaftskonform und unauffällig ist. Ausgelöst wurde dieser Wunsch durch drei Mädels, die für ihn arbeiten gegangen sind, um das Bußgeld fürs Schuleschwänzen zusammen zu bekommen. Gleichzeitig ist er aber auch der Meinung, dass er in diesem Unterfangen quasi chancenlos ist und gibt den Polizeiakten die Schuld. Polizeiakten, die er selbst mit seinen Taten gefüllt hat. Letztendlich ist es dann eine, wie er sagt, falsche Beschuldigung, die ihn alle guten Vorsätze über Bord werfen lassen. Er fällt wieder in alte Verhaltensmuster zurück.
Fortsetzung folgt.









